Erst Maßnahmen - was tun bei einer Vergiftung...

Wie ein Hund bestimmte Gifte aufnehmen kann ist vielfältig, er kann sie fressen, ablecken, einatmen, sich darin wälzen oder einfach nur durch Bereiche laufen, wo z.B. Chemikalien aufgetragen oder verschüttet wurden.

Hat der Hund NICHT UNMITTELBAR nach der Aufnahme eines Giftstoffes erbrochen, bitte KEINESFALLS KOHLE (in KEINER Form) geben!!!! KOHLETABLETTEN binden das Gift im Körper, sorgen lediglich nach Ausscheidung (sofortiges Erbrechen) dafür, dass Restbestände des aufgenommenen Giftes absorbiert werden. Vergiftungssymptome durch die Aufnahme von Rattengift machen sich erst 1-3 Tage nach Aufnahme bemerkbar. Wenn Sie nicht sicher sind, WAS ihr Hund gefressen hat, KEINESFALLS KOHLETABLETTEN geben!!! - Grundsätzlich gilt: SOFORT DEN TIERARZT aufsuchen!

Verschluckte Gifte:
Hat der Hund einen nicht-ätzenden, nicht-korrosiven Stoff verschluckt (z.B. Rattengift, Frostschutzmittel, Schokolade), kann man in vielen Fällen helfen, indem man sofortiges Erbrechen auslöst. Dazu kann man dem Hund eine 3%ige Wasserstoffperoxidlösung oder etwas mit Wasser verdünnten Senf einflößen. Als zweiter Schritt nach dem Erbrechen hilft Aktivkohle bei der Absorption des restlichen Giftes. In jedem Fall sollte man unverzüglich den Tierarzt aufsuchen!

Verschluckte Gifte:
Kein Erbrechen darf eingeleitet werden, wenn der Hund einen ätzenden oder korrosiven Stoff (z.B. Chlor, Geschirr-Reiniger, Abflussfrei, Dünger, Möbelpolitur, Kleber, Waschpulver, Benzin, Farblöser, Pinselreiniger, Gips, Holzschutzmittel...) gefressen hat! Ein Erbrechen würde noch mehr Schaden anrichten als das Verschlucken, statt dessen kann man z.B. versuchen, bei einer Vergiftung mit Säure das Gift im Magen zu neutralisieren (durch Gabe von Eiweiß, Natron, Aktivkohle). Für ausreichend Trinkwasser sorgen und natürlich auf dem schnellsten Weg zum Tierarzt!

Eingeatmete Gifte:
Immer sofort zum Tierarzt gehen, auch wenn der Hund keine Symptome zeigt, da z.B. eine tödliche Schwellung der Atemwege auch mehrere Stunden später noch auftreten kann. Bis dahin sollte man versuchen, die Luftwege des Hundes offen zu halten, seine Atmung und Kreislauf überwachen, ihn sofort an die frische Luft bringen und die Augen mit viel klarem Wasser oder steriler Kochsalzlösung spülen.

Vergiftung durch Hautkontakt:
Zur Reinigung des Fells viel warmes Seifenwasser verwenden, nie reizende oder giftige Stoffe wie Terpentin ins Fell bringen! Farbe ist z.B. für den Hund recht ungefährlich, da sie meist nur im Fell, nicht aber auf der Haut ist, Farbentferner dagegen dringt bis auf die Haut vor. Ist die Substanz hart, sollte man am besten das betroffene Fell ausschneiden, bei weicher Farbe, Teer oder Öl ansonsten mit viel Pflanzenöl einreiben. Andere giftige Stoffe mit viel klaren Wasser spülen, um das Gift zu verdünnen und das Brennen zu mildern, möglichst schnell zum Tierarzt!