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Die paralytische Myoglobinurie beim Windhund ...
(G R E Y H O U N D S P E R R E)
PATHOGENESE
Um
die Pathogenese dieser Krankheit etwas besser zu verstehen, ist
es erforderlich einige Abläufe im Organismus näher zu
betrachten.
Zunächst
wird Kreatinphosphat gespalten um praktisch blitzartig ausreichend
Energie für die ersten 10 Sekunden der Hatz bereitzustellen.
Der Kreatinphosphatspeicher im Körper ist jedoch gering und
so setzt unmittelbar danach der anaerobe-glykolytische Abbauweg
ein, um Energie zu liefern.
Die anaerobe Glykolyse ist der Stoffwechselprozess, bei welchem
unter Sauerstoffausschluss Energie gewonnen wird.
Diese Art der Energiegewinnung ist nötig, da zu Beginn des
Rennens ein Sauerstoffdefizit im Körper herrscht. Hat die Atmung
sich dann nach kurzer Zeit den neuen Sauerstoffbedürfnissen
angepaßt, so wird die anaerobe Glykolyse von der aeroben Glykolyse
abgelöst oder zumindest unterstützt. Bei der aeroben Glykolyse
wird Energie unter Sauerstoffbeteiligung gewonnen und es entstehen
keine schädlichen Abfallprodukte wie bei der Energiegewinnung
ohne Sauerstoffbeteiligung.
Da
der Hund sich jedoch zuvor nicht warmlaufen konnte und nun seinen
Körper zu Höchstleistung zwingt, reicht die aerobe Glykolyse
zur Energiegewinnung nicht aus. Das hat zur Folge, daß der
anaerobe-glykolytische Abbauweg fortwährend steigt. Hierbei
sammelt sich jedoch Laktat im Muskel an, was zu einer starken Übersäuerung
des Muskels führt (der Muskelkater beim Menschen entsteht z.B.
auch durch diese Übersäuerung, allerdings ist diese dann
geringer). Weiterhin kommt es zu einer lokalen Hypoxie, d.h. die
betreffenen Muskeln werden unzureichend mit Sauerstoff beliefert,
da es an genügender Durchblutung fehlt.
Infolge
dieser Prozesse im Körper des Windhundes kommt es also zu einer
großen Schädigung bestimmter Muskelpartien, wobei Myoglobin
ins Blut austritt und dann über die Nieren ausgeschieden wird.
Erkrankte
Hunde zeigen oft erst am nächsten Tag Anzeichen dieser Krankheit.
Die betroffenen Tiere haben Lähmungserscheinungen, Zittern,
haben roten Harn, ihre Temperatur kann sogar auf bis zu 41,5 o C
ansteigen und zum Teil lassen sich Blutergüsse an den Schenkelinnenflächen
erkennen. Bei der Palpation betroffener Muskelbereiche kommt es
zu Schmerzäußerungen, auch sind ganz bestimmte Enzyme
um ihr Vielfaches erhöht, da der Körper sich selbst zu
regenerieren versucht.
Ein
erkranktes Tier muß unverzüglich stationär aufgenommen
und behandelt werden. Der Tierarzt wird zunächst eine Blutneutralisation
durchführen, um der Azidose entgegenzuwirken. Eine Azidose
ist ein pH-Abfall unter den Normalwert des Blutes von 7,42, was
bei der Anhäufung des Laktats als logische Konsequenz erscheint.
Weiterhin wird das Tier ruhig gestellt und erhält schmerzstillende
Mittel verabreicht.
Eine
Kurzwellentherapie bietet sich auch an, da so das degenerierte
Gewebe besser durchblutet wird und somit auch wieder schneller aufgebaut
werden kann. Die Verabreichung von Vitamin B1 ist auch empfehlenswert,
da es dem Körper hilft sich sozusagen selbst zu helfen. Da
Vitamin B1 wasserlöslich ist und man es daher nicht überdosieren
kann, kann es auch vorbeugend dem Hund verabreicht werden. Es ist
z.B. in Hefe enthalten. Da in der Hefe noch andere wertvolle Stoffe
enthalten sind, empfiehlt sich ½ Hefewürfel pro Woche
auch um das Fell Ihres Hundes schön glänzen zu lassen.
Auszüge
mit freundlicher Genehmigung von Kalina
Albrecht
Zum
Schluß sei noch einmal darauf hingewiesen, daß die paralytische
Myoglobinurie eine Rassendisposition ist und daher KEINE,
wie oft behauptet, "temporäre Erscheinung".
Anita
Volk
Windhunde sind
Jagdhunde ...
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