Tony

Irish-Wolfhound/Hovawart-Mix-Rüde, 10 Jahre alt

Mein Name ist TONY und ich wurde am 10. Dezember 1994 geboren.
Kurze Zeit später zog ich bei meiner neuen Familie ein und es war alles wunderbar. Ich wurde geliebt und verwöhnt. Am liebsten mochte ich Sebastian, den damals 10-jährigen Sohn. Wir waren ein wunderbares Team und haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden.

Leider kommt es oft anders als man wünscht. Die Familie ging entzwei, Sebastian wurde in ein Kinderheim gebracht ... es ist unglaublich, aber ich durfte mit Sebastian im Kinderheim einziehen.
Als Sebastian alt genug war, dass er auf "eigenen Beinen" stehen konnte ist er in eine Wohnung gezogen und ich durfte mit. Er hat mich NIE im Stich gelassen. Aber wie es nun mal ganz normal ist für einen jungen Menschen, war ich sehr oft alleine. Sebastian hatte ja auch noch seine Clique und war oft "unterwegs".
Das hat mir nicht sehr viel ausgemacht, denn ich konnte gut alleine bleiben. Ich wusste ja, Sebastian kommt zurück!!!!

Wir sind oft umgezogen... mal hierhin... mal dorthin...
Mein Leben war also sehr interessant aber auch SEHR anstrengend.

Und gerade jetzt, wo ich alt und nicht so fit bin, muss mich Sebastian im Tierheim abgeben. Es hat ihm das Herz zerrissen.. aber was sollte er tun. Er wurde im Alter von 20 Jahren zur Bundeswehr eingezogen. Freunde, die ihm versprochen haben, sich während dieser Zeit um mich zu kümmern, sind kurzfristig "abgesprungen" - haben es sich anders überlegt.

Ich bin also im Tierheim Nürnberg gelandet und für mich war klar:
Ich wollte nicht mehr leben! Denn es war furchtbar hier.

Zwar haben sich alle um mich bemüht... aber ich hatte fast 10 JAHRE lang ein "Zuhause" und nun sass ich "sensibler RIESE" in einem KLEINEN Zwinger mit Nachbarn die ständig gebellt haben.. es war so furchtbar laut und ich wollte doch - in meinem hohen Alter - eigentlich meine Ruhe.
Ich habe also mein Futter verweigert, bekam Durchfall, Erbrechen und "Depressionen" und wurde immer magerer (46 kg bei einer Schulterhöhe von 78 cm - eine Katastrophe!)

Sabine vom Tierheim Nürnberg kannte in Gießen eine Pflegestelle mit einem großen Herz für Windhunde - besonders Irish Wolfhounds!

Tja, und dort bin ich dann bereits am nächsten Tag eingezogen!

Jetzt lasse ich erstmal BILDER sprechen - ihr versteht sicher, was ich meine. Denn dort angekommen bin ich ja EIGENTLICH als "Hund, der einen Sterbeplatz sucht":

Hier wohnten u.a. noch zwei Riesen-Hunde und ich habe - besonders den Burschen der beiden, nicht gemocht. Er ist einfach zu stark - DAS war ich nicht gewohnt. Ich war IMMER Einzelhund und keiner war Grösser als ICH.... (und dann gleich 2 von diesen "Ponys" - nee, Danke!)

Ich habe mir also erstmal alles angeschaut:

Und war ein wenig misstrauisch:

Aber dann habe ich ganz schnell festgestellt, das es hier ok ist und wir hatten sehr viel Spass miteinander:

Ich bin aufgeblüht und fühlte mich sehr sehr wohl:

... Sonne tanken ...

... "Rennen bis zum Abwinken" - in einem riiiiiiesengroßen Gelände
(das "schwarze Pünktchen" bin ich!):

... Freunde ...

... Buddeln nach Mäusen ...

Sieht so ein "sterbender Hund aus" - ?

Es ging mir also GRUNDSÄTZLICh erstmal sehr gut. Bis auf eine (nun ja) "kleine" Auseinandersetzung mit dem Hunde-Chef des Rudels ging alles gut. Wir haben uns einmal heftig gestritten. Denn ich hatte mich etwas "unhundisch" benommen (beim Füttern). Ich habe diese Auseinandersetzung - weil ich immer Einzelhund war - auch nicht so einfach wegstecken können. Ab diesem Moment war ich ein wenig traurig... aber nur ein wenig....

Und so ging es weiter:

Zeitgleich zu meinem Umzug nach Giessen hat eine Familie im Tierheim Wörrstadt angefragt, ob ein IW-Mix zur Vermittlung steht!
Das Tierheim Wörrstadt ist mit der Tierschutzorganisation, woher ich komme, gut befreundet - sie helfen sich gegenseitig in der Not. So kam es, dass mein Pflegefrauchen eine Mail bekommen hat mit der Anfrage der "Leute".

Pflegefrauchen ist einen ganzen Tage kopflos durch die Gegend gelaufen, denn sie war sehr im Zwiespalt: Auf der einen Seite - eine soooo alte Nase zur Vermittlung freizugeben... umsetzen.. oh je! Auf der anderen Seite - keiner anderen Nase mehr helfen zu können --- denn mit 5 eigenen Hunden ist sie sehr !!!! ausgelastet - und 1-2 Pflegehunde hat sie meist auch noch - aber ihr Auto ist dann doch zu klein wenn auch noch "3" Riesen ständig mitfahren (ich bin nämlich stolze 76 cm gross!).

Und dann war ich ja gerne Einzelhund.... Ich komme zwar hier mit der Meute zurecht, aber so ganz wohl fühle ich mich nicht in einem Rudel. Schon gar nicht, wenn ich -erwiesenermassen- nicht der Chef sein darf.

Da Pflegefrauchen ausschliesslich an uns Hunde denkt hat sie entschieden zu antworten um diese "Leute" kennen zu lernen. "Gucken kann man ja mal" - dachte sie.
Sie hat mit ihnen telefoniert und ... wir sind also ALLE 5 Nasen + Frauchen hingefahren, um diese "Leute" zu besuchen (das war ein sogenannter "Schnuppertermin").

Von wegen "Schnuppertermin"... :
Als wir ankamen, stand meine Familie schon vor dem Haus und wartete auf uns. Pflegefrauchen machte die Fahrertür auf um auszusteigen und .. schwupps bin ich einfach -locker-flockig- über den Vordersitz gesprungen und direkt auf MEINE FAMILIE zugelaufen. Die Haustür stand offen, ich bin ins Haus gegangen, habe mir alles angeschaut (als erstes die Küche) und habe mich dann hingelegt.
Tja, sowas nennt man "Ankommen"!

Ich habe mich sofort wohl gefühlt und wollte dort nicht mehr weg. Aber ich musste nochmal mit nach Giessen. Denn Pflegefrauchen "schläft gerne nochmal drüber" und möchte auch den "lieben Leuten" die Möglichkeit geben noch einmal darüber nachzudenken, ob sie so einen "OPA" wie mich (*grins*) WIRKLICH aufnehmen möchten.

Sie haben ALLE NACHGEDACHT ..... :-)))

Das ist das Bild vom ABSCHIED aus Giessen.
Für mich eine schöne und sehr wichtige Zeit - denn FÜR MICH das Sprungbrett in ein "glückliches Hundeleben"!!!!!

Meine Vergangenheit habe ich Euch ja nun erzählt...

Nun sollt ihr auch sehen, wie es mir heute geht:

Ein glücklicher, geliebter Tony, mit "Eltern" die mich sehr lieben und sich ein Leben ohne mich nicht mehr vorstellen können. Aber nicht nur meine Eltern lieben mich. Auch deren Kinder und Enkelkinder und... das ganze Kleinstädtchen Saulheim!

Danke, dass ihr mich aufgenommen habt!

Euer TONY


Mit "TONY", hat Pflegefrauchen nach wie vor Mailkontakt, den sie hier unmöglich veröffentlichen kann, da er sehr umfangreich ist.

Der Heutige jedoch soll als Beispiel dafür vorerst ausreichen um zu zeigen, dass man die Liebe zu seinem Hund wohl kaum besser ausdrücken kann:

Hallo ehemaliges Pflegefrauchen von TONY,

angesichts der Tatsache, daß es unserem Tony wieder gut geht und er gestern von einer - uns UND ihm - fremden Dame im Nachbarort als "der (TONY) aus Saulheim" erkannt und begrüßt wurde, haben wir den Text eines hochaktuellen Stimmungsliedes (Faschingszeit) für Tony etwas umformuliert. Besser kann man seinen derzeitigen Allgemeinzustand nicht beschreiben:

Ich bin so schön!
Ich bin so fein!
Ich bin der To - ny - aus - Saul - heim!
Meine gigaschlanken Wadeln
sein´ a´ Wahnsinn für die Madeln,
mei´ Figur - a´ Wunder der Natur....

Mit lieben Grüßen,

TONYs Familie aus Saulheim