Beispiele / Tipps ...
für eine (un)glückliche Mensch-Hund-Beziehung


Auf dieser Seite möchte ich Ihnen an einigen wenigen Beispielen zeigen, wodurch es zu Mißverständnissen zwischen Mensch und Hund kommen kann, die ein harmonisches Zusammenleben erschweren können.


Beispiel 4:

Ihr Hund genießt es, in Ihrer Nähe zu sein und legt sich dort nieder, wo Sie sich befinden. Manchmal kann das sehr störend sein, z.B. in der Küche.
Sie lesen in einem "Ratgeber für Hundeerziehung", dass Ihr Hund IMMER aufstehen MUSS, wenn Sie ihn passieren. Sie bekommen den "Erziehungstipp", den Hund JEDESMAL zum Verlassen des Liegeplatzes aufzufordern, wenn Sie an ihm vorbei gehen möchten.

Ihr Hund versteht nun ...:
Mein Mensch mag keinen Kontakt zu mir. Er verjagt mich JEDESMAL, wenn er sich mir nähert, obwohl ich gerade so friedlich gedöst habe und glücklich war, in seiner Nähe zu sein. Ich ziehe mich jetzt zurück und bin sehr traurig darüber, dass ich nicht erwünscht bin.

RICHTIG wäre gewesen, Ihrem Hund einen Liegeplatz in Ihrer Nähe anzubieten (so, dass er Sie noch sehen kann). Denn entgegen vieler TIPPS ist es KEIN Zeichen von Dominanz, wenn Ihr Hund unbeweglich liegen bleibt, sobald Sie ihn passieren möchten, sondern ein Zeichen von Vertrauen. Sie können daher ohne Zögern über Ihren Hund steigen (selbst wenn Ihr Hund ein Irish-Wolfhound ist und in einer WINZIGEN Diele oder Küche liegt).
Anders verhält es sich, wenn Ihr Hund ein "Übersteigen" Nicht duldet - und entweder nach Ihnen schnappt oder schnell aufspringt! DANN sollten Sie unbedingt daran arbeiten, das Vertrauen Ihres Hundes zu erhalten. Denn es ist GANZ offensichtlich nicht vorhanden!


Beispiel 3:

Sie haben Ihrem Hund die Grundkommandos wie "Sitz", "Platz", "Komm" und "Bleib" beigebracht. In regelmässigen Abständen frischen Sie dieses Anweisungen auf, damit ihr Hund "erzogen bleibt".
Ihr Hund sitzt bereits, Sie möchten, dass er sich hinlegt und geben ihm die Anweisung "Platz".
Ihr Hund zögert, Sie wiederholen die Anweisung "Platz", aber er denkt nicht daran, sich hinzulegen.
Sie werden etwas deftiger im Ton und klopfen ihm leicht! auf Brust oder Flanke, damit er sich endlich hinlegt.

Ihr Hund versteht nun ...:
KOMISCH, mein Mensch hat "Platz" gesagt, fordert mich aber zum Spielen auf. Ja, was soll ich denn jetzt tun? Scheinbar weiss er selbst nicht so recht, was zu tun ist. Ich muss jetzt also verstärkt auf mein "Rudel" aufpassen, denn mein Mensch scheint nicht mehr fähig zu sein, das Rudel zu führen!

RICHTIG wäre gewesen, den Hund zu sich zu rufen, in die Ausgangsposition zu gehen, ihm die Anweisung "Sitz" zu geben mit der darauf folgenden Anweisung "Platz".
Sie werden es nicht mehr als 2-3 mal wiederholen müssen. Denn Ihr Hund weiss ganz genau, was "Platz" bedeutet. Er testet lediglich aus, ob seine Position innerhalb des "Rudels" noch die Gleiche ist, oder ob es hier einer "Auffrischung der Rangordnung" bedarf.


Beispiel 2:

Es klingelt an der Tür, Besuch kündigt sich an. Ihr Hund bellt wie verrückt, was Sie schon lange sehr stört, denn seine Stimme ist grell, laut und schmerzt in Ihren Ohren.

Sie sagen ihm nun laut und ungehalten, dass er aufhören soll ("Nein", "Aus", "Hör endlich auf", "Was soll das", "bist Du endlich ruhig" ...).

Ihr Hund versteht nun ...:
PRIMA, es kommt TATSÄCHLICH ein "Eindringling" - hatte ich doch richtig gehört. Mein Mensch regt sich ebenfalls furchtbar auf und bellt mit. Ich bin stolz auf mich... und mein Mensch ist es auch, denn er unterstützt mich dabei, den "Feind" zu verjagen. Beim nächsten Klingeln werde ich wieder richtig laut bellen um meinem Mensch zu gefallen.

RICHTIG wäre gewesen, sein Bellen zu ignorieren, ihn RUHIG daran zu hindern, den Besuch bellenderweise zu empfangen (Tür schliessen oder in ein anderes Zimmer bringen, ggf. anbinden), ihn erst wieder zu beachten, wenn er aufhört zu bellen. Bitten Sie Ihren Besuch, Ihrem (mittlerweile ruhigen) Hund ein Leckerchen zu geben (die Sie ständig griffbereit haben, falls sich Besuch ankündigt).


Beispiel 1:

Sie sitzen mit der Familie (Vater, Mutter, Kind/er) gemütlich am Tisch und essen gemeinsam zu Abend. Ihr Hund springt auf die Eckbank neben das jüngste Kind und knurrt es an.

Sie nehmen Ihr Kind sofort auf den Arm, um es vor dem Hund zu beschützen.

Ihr Hund versteht nun ...:
PRIMA, ich habe meine Position gefestigt und bin innerhalb unseres Rudels eine Stufe höher geklettert. Jetzt halte ich ein paar Tage diese Position aufrecht und dann mache ich mich ans Werk, das nächste Rudelmitglied zu dominieren. Ich bin stolz auf mich ... und mein Mensch ist es auch - denn er hat mich unterstützt.

RICHTIG wäre, den Hund unverzüglich von der (erhöhten) Eckbank herunterzubefördern und auf seinen Liegeplatz (der hoffentlich NICHT das gemeinsame Sofa ist) zu verweisen (und ihm zukünftig auch nicht zu gestatten, auf erhöhten Plätzen -Bett/Sofa- zu liegen - bis seine "Rolle" geklärt ist).


Woran Sie feststellen können dass Ihr Hund SIE als ranghöchstes Rudelmitglied akzeptiert:

Ihr Hund:

- geht NICHT VOR Ihnen durch die Haustür nach Draussen!

- springt erst IN und AUS Ihrem Auto, wenn Sie es ihm anweisen

- lässt sich anfassen, während er frisst

- lässt sich ALLES, wenn auch grollend, von Ihnen aus seinem
ii Fang nehmen ("meckern" ist AUCH für Hunde erlaubt!!)

- meldet wenn Besuch kommt.
ii Ist aber SOFORT still, wenn Sie den Besuch freundlich begrüßen -
ii (und zwar OHNE ihm sagen zu müssen, dass er "still" sein SOLL)!

- würde NIEMALS wagen, etwas Essbares aus Ihrer Hand "stehlen"
ii zu wollen ("sabbernd gucken" ist erlaubt)

- fühlt sich bei "Debatten" zwischen Ihnen und anderen
ii 2-, 3- oder 4-beinigen Rudelmitgliedern angesprochen

- hat DENNOCH ("last, but not least") KEINE ANGST VOR IHNEN!!!

 

WIRD ERWEITERT ...

Anita Volk
Windhunde sind Jagdhunde ...