Dirofilariose
Dirofilara Immitis - Herzwurmerkrankung

Die bekannteste (aber nicht häufigste) Filarienart bei Hunden ist Dirofilaria immitis - der "Herzwurm".

Die Gefahr einer Ansteckung (in Bezug auf Spanien) ist regional sehr unterschiedlich. So liegt die Wahrscheinlichkeit, daß es sich bei einem positiven Filarienbefund wirklich um Dirofilaria immitis handelt, in den nördlichen Landesteilen bei unter 10%. Südlich von Malaga steigt diese Wahrscheinlichkeit aber auf bis zu 80% an.


Entwicklungszyklus/Übertragung

Filarien können von einem Hund auf den anderen nur durch bestimmte Stechmückenarten übertragen werden.
Adulte (geschlechtsreife) Herzwümer (Makrofilarien genannt) lassen sich nach einem infektiösen Mückenstich frühestens nach 6 Monaten (Inkubationszeit) nachweisen.

Der Lebenszyklus der Dirofilaria immitis erstreckt sich auf insgesamt fünf Stadien. Larvenstadium 1 bis Larvenstadium 4 (die sogenannten Mikrofilarien) sowie die daraus entstehende Makrofilarie (Herzwurm). Der Hund stellt Erregerreservoir und Endwirt dar - dies bedeutet:

Die Makrofilarien (Herzwürmer) sind zweigeschlechtlich und die weiblichen setzen Embryonen (Erreger) ins Blut ab. Die sogenannten Mikrofilarien.
Diese Embryonen stellen das Larvenstadium 1 (kurz L1 genannt) dar. An dieser Stelle kommt die Stechmücke ins Spiel - sie stellt den Zwischenwirt dar.

Beim Saugen des Blutes eines infizierten Tieres, nimmt die Mücke L1 Larven auf und innerhalb der Steckmücke entwickelt sich dann über das Larvenstadium 2 (L2) das infektiöse Larvenstadium 3 (L3).

Wenn die Stechmücke nun erneut einen Hund (oder einen anderen Fleischfresser) sticht, werden die infektiösen L3 Larven übertragen. Daraus kann sich dann im Laufe von 1-2 Wochen das Larvenstadium 4 (L4) entwickeln.
Das 5. Stadium - eine Makrofilarie (Herzwurm), wird etwa nach 70 Tagen erreicht.

Adulte Herzwürmer/Makrofilarien bewegen sich in den großen Blutgefäßen und erst bei großer Anzahl siedeln sie überwiegend in den Lungenarterien und in der rechten Herzkammer.

Ohne Zwischenwirt (Stechmücke) ist eine Ansteckung bzw. bei einem bereits infizierten Hund die Entwicklung zu einem weiteren Herzwurm nicht möglich. Das bedeutet, dass eine Vermehrung der Herzwürmer innerhalb des Organismus eines Hund ausgeschlossen ist!


Diagnostik

Ein Dirofilarien-Antigen Nachweis (Elisa-Test) gibt Aufschluß über das Vorhandensein von adulten Herzwürmern (Makrofilarien).

Andere Testverfahren kommen hier leider nicht in Frage, da Hunde, die unmittelbar aus dem Mittelmeerraum kommen, in den meisten Fällen bereits vorbehandelt wurden. Ein Knott Test und ebenso eine PCR Differenzierung würden dann verfälschte bzw. falsche Testergebnisse zeigen.

Knott Test: Weist Mikrofilarien aller bekannten Filarienarten nach
PCR: Differenziert die Filarien nach ihrer Art

Die meisten Hunde mit einem positiven Dirofilaria immitis Befund sind körperlich in sehr guter Verfassung und zeigen keinerlei weitere Symptome.

Grundsätzlich sollten Lunge und Herz durch einen Tierarzt abgehört werden. Bei einem starken Befall mit Herzwürmern kann es zu "Geräuschen" der Pulmonalarterie und aufgrund einer nicht richtig schließenden Herzklappe zu "Klappengeräuschen" kommen.
Bedenken Sie aber: Windhunde haben ein "größeres Herz" und daher kann es hier ohnehin zu Abweichungen im Vergleich zu anderen Rassen kommen und ferner gibt es bei manchen Windhundrassen auch eine "Neigung" zu möglichen Herzfehlern (Rassedisposition).

Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens oder Röntgenaufnahmen der Lunge geben keinen klaren Aufschluß darüber, ob und wie viele Makrofilarien eventuell vorhanden sind. Es ist nahezu ausgeschlossen, diese im Ultraschall zu erkennen. Bei einem extremen Befall wäre dies einem "geschulten Auge" möglich - allerdings würde der Hund dann auch bereits andere körperliche Symptome aufzeigen. Wie beispielsweise starkes Husten, pulmonaler Hochdruck oder gar Blutrückstau in die Leber. Solche extremen Krankheitsverläufe sind aber sehr selten und meist nur bei älteren Tieren zu beobachten.


Empfohlene Behandlungsmethode*

Mikrofilarien werden einfach und zuverlässig mit einem Spot On Präparat von Advocate (Wirkstoff: Moxidectin) behandelt. Auf diese Weise werden die Larvenstadien L1, L3 und L4 zuverlässig abgetötet und die Entstehung eines Herzwurmes (Makrofilarie) verhindert. Gleichzeitig wird eine Ansteckung anderer Tiere vermieden.

Alternativ können Präparate mit den Wirkstoffen Selamectin oder Ivermectin eingesetzt werden.

Advocate sollte über einen Zeitraum von 3 Monaten alle 4 Wochen angewendet werden. Im Anschluß daran sollten zwei weitere Anwendungen im Abstand von jeweils 6 Wochen erfolgen (Behandlungsdauer insgesamt 6 Monate).

Zur Behandlung der Makrofilarien erfolgt zeitgleich eine Anwendung mit Doxycyclinhyclat Tabletten über einen Zeitraum von 28 Tagen (2 x tgl. 20 mg/kg-Körpergewicht). Im Anschluß (nach Ablauf der 28 Tage) wird eine erhaltende Dosis zweimal wöchentlich (2 x tgl. 100 mg) über einen Zeitraum von 3-6 Monaten gegeben.
(empfohlene "preiswerte" Tabletten - Doxycyclin AL 200T)

Frühestens nach 4 Monaten (empfohlen werden 6 Monate) - wiederholen Sie bitte den Dirofilarien-Antigen-Nachweis (Elisa) zur Kontrolle.

Nach unseren bisherigen persönlichen Erfahrungen ist nach diesem Zeitraum mit einem negativen Ergebnis zu rechnen. Sollte dies nicht der Fall sein, führen Sie die Behandlung bitte über einen Zeitraum von drei Monaten fort.

Barbara Zilligen - Mai 2008
Windhunde sind Jagdhunde ...

* Wir bitten um Beachtung dass es sich bei der vorgeschlagenen Behandlungsmethode um UNSERE eigenen Erfahrungen handelt und wir daher keine Gewähr übernehmen können.
Bitte sprechen Sie diese evtl. Therapie mit Ihrem Tierarzt ab, wir stehen jederzeit mit Infos beratend zur Verfügung!

Anderen Filarienarten

Europaweit sind noch 4 weitere Filarienarten bekannt. Beispielsweise Dirofilaria repens (vorkommen hauptsächlich in Osteuropa und Italien, daher hier nicht weiter aufgeführt) und Dipetalonema reconditum (häufig vorkommenste Filarienart!). Hierbei handelt es sich um eine Filarienart die durch Flöhe übertragen wird. Sie wird weitläufig auch als "Hautfilarie" bezeichnet. Es kann zu Haarausfall und Ekzemen kommen. Häufig kommt es bei befallenen Tieren zu plötzlichen Beißattacken in den Bauch- und Flankenbereich. Die adulten Würmer haben hier eine Lebenserwartung von 1,5-2 Jahren und es wird über diesen Zeitraum eine Behandlung mit Advocate Spot On alle 4 (später alle 6- 8) Wochen über einen Zeitraum von 1,5 Jahren empfohlen.

Diese beiden Filarienarten: Cercophithifilaria grassi und Dipetalonema dracunculoides können bislang noch nicht diagnostisch erfaßt werden und werden daher als apathogen (keine Krankheiten hervorrufend) eingestuft. Dipetalonema dracunculoides wird durch Lausfliegen (kleine Bremsen) übertragen.