|
Gedanken eines
Windhundfreundes ...
In
allen Ländern der Erde, die ihr im Laufe der Zeiten durcheiltet,
haben sie euch mancherlei Namen gegeben.
Aber
der sinnvollste von allen Namen ist der, den unsere Sprache ersann:
WINDHUNDE!
Ihr
wurdet gepriesen, gelästert und verleumdet. Als Jagdzauber
an Fels- und Höhlenwände gemalt. Nach altem Glauben als
Freund und Jagdgehilfe dem Toten ins Jenseits mitgegeben.
Eure
Schönheit wurde in den Werken der grossen klassischen Kunst
verewigt. Auf vielen Jagdbildern des Mittelalters hat man euch als
Bestien dargestellt. Oder auf Heiligenbildern mit dem Glorienschein
holder Sanftmut umgeben.
Ihr
waret einstmals Jägern der Steppe willkommene Hetzkumpane.
Später den Malern Inspiration, Motiv und Dekoration oder Signum
ihrer
Schöpfungen.
In eurer Gestalt und eurem Wesen ist alles vereint.
Auch hierin gleicht ihr dem Winde. Als Sturm gewalttätig und
unbezwinglich. Oder sanft und liebkosend wie der Zephir. -
Schon
im alten Hellas hat man euch so gekannt und mir schönen Worten
verherrlicht. Vielleicht ist es das, warum wir Heutigen uns so gut
mit euch verstehen. Sind doch auch wir, die von der Schöpfung
und von euch "Erwählten", bedacht wie ihr mit Tugenden
und manchen Lastern.
Am
Anfang frei und ungebunden, erlagt ihr jenen Steinzeitjägers
List.
Nur weil der Wurf der Schleuder und der Flug des Pfeils nicht reichte,
um das Wild zu fällen, ward eure Hatz und nun auch eure Beute
die Seine.
Jahrtausende hat es den Menschen gut gefallen, Euch treu an seiner
Seite zu wissen.
Aber
der Sinn eures Daseins war erfüllt, als eines Tages der Pulverknall
der Jagdflinte euer Hecheln jäh übertönte.
Alte,
wohl falsche Freunde brachen die Treue.
Nun sind wir da, eure Schönheit zu loben und eurer Hetzlust
freien Lauf zu geben !
A.
Brendel
|