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NARIZ Hallo, mein Name ist Nariz (jetzt Maurice)!
Allen die Hunde lieben und verstehen möchte ich jetzt meine Geschichte erzählen; vielleicht um auf mich aufmerksam zu machen (in der Hoffnung auf ein endgültiges Zuhause) oder aber um zu berichten wie es vielen meiner Artgenossen so ergangen ist. Als ich das Licht der Welt erblickte war noch alles in Ordnung. Da war meine Mama und meine Geschwister und ein, wenn auch bescheidenes, Zuhause (aber wenigstens hatte ich eins). Wir verlebten eine ungetrübte Kinderzeit. Mit den Monaten veränderten wir unser Aussehen sehr, von den kleinen moppeligen Welpen wurden alle -ausser mir- sehr langbeinig und ganz dünn. Ich habe mir aber nichts dabei gedacht, Geschwister sehen halt nicht alle gleich aus . Ab und zu
kam ein großer Mann und musterte uns eindringlich. Bei meinen Geschwistern,
die alle aussahen wie meine Mama, sagte er "sehr gut, gute Ware"
bei meinem Anblick schüttelte er immer nur den Kopf und missbilligte
mein Aussehen. Was konnte ich denn dafür, dass ich eine andere Farbe
und Statur hatte. Nach und nach nahm der Mann immer mal wieder für
ein paar Stunden einen meiner Geschwister mit und wenn er sie zurückbrachte
war er immer gut gelaunt. Dann - eines Tages nahm er mich mit, obwohl er nach wie vor bei meinem Anblick den Kopf schüttelte. Wir fuhren auf ein großes Feld, er zeigte mir einen Hasen und sagte immer wieder "Bring ihn mir!" Also bin ich hinter dem Hasen her. Er versuchte sich in einem Loch zu verstecken aber es war zu klein. Er schaute mich mit seinen großen Augen voller Angst an. Ich stutzte und sagte ihm "keine Angst, ich tue dir nichts", stupste ihn zart mit meiner Pfote an und lief dann zu dem Mann zurück um ihm von meiner Begegnung zu erzählen. Er aber war wütend, schüttelte abermals den Kopf und warf mich ins Auto. Wir fuhren zurück und ich war Gott sei Dank wieder bei meiner Mama und meinen Geschwistern. Warum bloß war er so böse auf mich, hatte ich was falsch gemacht? Eine Weile später nahm er mich wieder mit. Ich hörte ihn sagen ich sei ein Bastard, kein echter Galgo und würde nie ein guter Jäger werden. Was war denn das? Wieder fuhren wir auf dieses Feld, er zeigte mir wie meine Geschwister es taten. Einen Hasen hetzen, ihn töten und zurückbringen. Heute wollte ich alles richtig machen! Also hetzte ich den Hasen, war allerdings ein bisschen schwierig, weil ich viel schwerer und ungelenker war als meine Geschwister. Aber dann hatte ich ihn, er war jetzt erwachsen. Aber diese Augen, ich erkannte diesen Blick. Es war der Hase den ich schon einmal auf dem Feld getroffen hatte. Ich sagte ihm "mach Dir keine Sorgen, ich werde dir nichts tun" schnappte ihn sanft im Genick und brachte ihn zu meinem Herrn. Kurz zeigte er ein zufriedenes Gesicht, aber nur kurz, denn bevor wir bei ihm angekommen waren setzte ich den Hasen vorsichtig auf den Boden und dieser eilte davon. Das Gesicht meines Herrn wurde rot vor Zorn; er rief mich zu sich. Ich dachte jetzt lobt er mich endlich für meine gute Tat, aber was machte er? Ich hatte die dünne Eisengerte in seiner Hand nicht gesehen, er holte blitzschnell aus und schlug mir mit voller Kraft auf den Kopf. Es tat höllisch weh, ich torkelte, Blut schoss aus einer Wunde über meinem linken Auge, ich fiel um und verlor das Bewusstsein.
Als ich meine
Augen wieder öffnete hatte ich furchtbare Schmerzen, aber ich war
wieder bei meiner Mama und meinen Geschwistern. Meine Mama leckte die
ganze Zeit über meine Wunde und versuchte die Blutung zu stoppen.
Es tat immer noch so weh und ich fragte mich was ich wohl wieder falsch
gemacht hatte? Der Mann
kam wieder. Als ich ihn sah, versuchte ich mich ganz hinten in einer Ecke
zu verstecken damit er mich bloß nicht findet. Ich hatte so große
Angst!
Meine Wunde
wurde hier nun endlich gut versorgt, ich bekam reichlich gutes Futter
und einen warmen Platz zusammen mit anderen Nasen. Die waren alle sehr
nett aber ich wartete ja auf meinen Herrn. Er kam natürlich nicht
und ich fragte mich "Was habe ich denn jetzt schon wieder falsch
gemacht?"
Nach langer Fahrt kamen wir an einen Platz wo riesige glänzende Vögel standen. Die waren so groß, dass Enzo und ich samt unserer Boxen hineinpassten. Wie seltsam ... und soviel Lärm um uns herum. Nach einer Weile wurde es sehr leise und plötzlich standen ganz viele fremde Menschen um uns herum. Es war echt kalt hier, aber aufregend. Meine Box wurde geöffnet und ich durfte hinaus. Hallo Mama, da bin ich wieder! ... aber wo war sie, wer waren diese ganzen fremden Menschen und wo war mein Herr?
Als ich in
meinem neuen Zuhause ankam war ich sehr aufgeregt, denn dort war auch
noch eine andere Nase. Sie sah nicht so aus wie ich, auch nicht wie Enzo,
aber einfach nett. Ich dachte endlich ein warmes Heim, liebe Menschen,
gutes Essen und erst mal in Ruhe ausschlafen. Nachdem
ich eines Tages den Sonntagskuchen, den Frauchen für angekündigten
Besuch vorbereitet hatte, kostete habe ich wohl den Bogen überspannt.
Seitdem wurde ich entweder in der Küche angebunden oder in den Garten
gesperrt, wenn Essen auch nur in der Nähe war. Darüber war ich sehr traurig, denn ich kann es nicht leiden eingesperrt zu werden. Das erinnerte mich wieder an meine alte Heimat Spanien wo ich herkam. Jetzt war die schöne Zeit wohl echt vorbei. Ich bekam zwar mein Futter und ab und an auch mal einen Spaziergang aber keiner lobte mich mehr, sagte mir nicht mehr dass ich ein toller Hund sei oder das man mich liebte. Alles nette war vergessen und so blieb die Frage "Was habe ich verkehrt gemacht?"
Und wieder kamen fremde Menschen auch "Tierschützer". Den Namen kannte ich ja bereits und wusste, die sind nett. Sie holten mich ab und wieder fuhren wir mit dem Auto irgendwo hin. Endlich angekommen nahm mich eine sehr nette Frau in Empfang und ganz viele Nasen sagten freudig hallo.
Nach einem kurzen Gespräch nahmen sie mich mit. Bevor wir jedoch wieder mit dem Auto fahren sollten holte die Frau zwei Mininasen aus dem Auto und wir begrüßten uns. Ich war ganz vorsichtig und beide erzählten mir auf die schnelle ihre Geschichte. Der kleine schwarze war auch ein Spanier und hatte genau wie der andere bis zu ihrem jetzigen Zuhause nur schlechte Erfahrungen gemacht. Was für Glückspilze deren Leben sich noch so positiv verändert hat. Tolle neue Freunde!
Ein paar Tage später musste wir schon ganz früh aufstehen und uns besuchte ein Staubwedel auf vier Beinen, Barney. Er ist tagsüber zu Besuch und fährt abends wieder nach hause. Er sieht zwar komisch aus ist aber ganz nett. Nun bin ich schon die dritte Woche hier und ich liebe diese Mensche und ihre anderen Nasen sehr. Hier wird nicht geschimpft, nicht geschlagen, es gibt nur ganz klare Ansagen und Verhaltensregeln. Meine neue Pflegemama hat sich sehr lange mit mir unterhalten und mir fest versprochen, dass ich gehen kann wenn ich möchte, aber auch jederzeit bleiben kann; es ist meine Entscheidung!
In Liebe euer Nariz (Maurice)
P.S.: Von
meinem neuen und dann hoffentlich endgültigen Zuhause wünsche
ich mir nur drei Dinge:
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