Reise in eine "ungewisse" (?) Zukunft ...
LOKI (ehemals RAFOTE von ALBA Madrid)

RAFOTE suchte eine Pflegefamilie in Deutschland und mir war klar, dass dieser süße Fratz nicht lange suchen musste, denn ich betreute bereits eine Familie, die genau SO EINE NASE suchte.

LOKI wurde also am Donnerstag, den 16. März mit vielen anderen Nasenbären "verpackt" und ging auf eine lange Reise - in ein neues Leben.

Doch oft kommt es anders, als erwartet. Ein Kontakt zwischen mir und der "Pflegefamilie in spe" kam in der entscheidenden Zeit (aufgrund aussergewöhnlicher Umstände und Wirrungen) nicht zustande und das bedeutete für RAFOTE eine Reise in eine "ungewisse Zukunft". Denn wo sollte er - in Deutschland angekommen - hingehen?

Es mussten innerhalb weniger Stunden Entscheidungen getroffen werden, die RAFOTEs weiteres Leben bestimmen sollten. Eine neue Pflegefamilie musste KURZFRISTIG gefunden werden.

Glücklicherweise gibt es Menschen, die weder Zeit noch Mühe scheuen um in letzter Sekunde einzuspringen.
Die Frage war also: "Schaffen wir es in so kurzer Zeit eine liebevolle Pflegefamilie zu finden, die RAFOTE aufnimmt. Die weiss, was es bedeutet einer Tierschutznase den Weg zu zeigen, bis zur Vermittlung"?

Die Antwort lautete: "JA" (denn wir haben einen "Engel" im Team und dieser Engel heisst ANDREA!)

"ENGEL" weil Andrea fleißig ist wie eine Biene, wenn es darum geht einem "Nasenbär in Not" zu helfen. Telefone "glühen"... Mailboxen laufen über... Schlaf, was ist das... ? Hunger? - keine Zeit zum Essen!

"ENGEL" weil Andrea weder Zeit noch Mühe scheut, um einen Transport "ruckzuck" (?) zu organisieren...

"ENGEL" weil für Andrea KEINE Entfernung zu weit - und KEINE Stunde zu lange - ist wenn es heisst: "Die Maus braucht Hilfe"...

Aber was heisst das in der Realität ????!!!!

Nach vielen hunderten (?) von Kilometern fährt der ALBA-Transporter am Treffpunkt einen seiner letzten Ziele an! Andrea ist bereits vor Ort. Bewaffnet mit Wasser, Futter, Halsband, Leine, Rescue-Tropfen, Digitalkamera und gefüllten Tank.

Die lange Fahrt von Madrid bis Deutschland verlief reibungslos: Kein Stau, keine Verzögerung - bis - ja bis - der Transporter am Treffpunkt auf den Parkplatz der Tierschutzorganisation gelenkt wurde!

Ein "Einwohner" wollte zeitgleich diesen Parkplatz verlassen und dabei kam es zu einer "charmanten" Deutsch/Spanischen Begegnung in der Hofeinfahrt:
Der Pkw verkeilte sich an der Mauer und kam weder VOR noch ZURÜCK!

Carlos - gestern noch in Madrid und heute Pannenhelfer in
Niederhöchststadt :)

Trotz Verständigungsprobleme war die Kommunikation wunderbar. Der Pkw- Fahrer bedankte sich und wünschte Carlos und seinem Team eine sichere und gute Heimfahrt!

Endlich angekommen, machen sich alle sofort daran die "Kleinen" auszuladen um sie in ihre Zukunft zu entlassen.

Auch RAFOTE wurde behutsam aus seiner Transport-Box geholt...

Er war etwas verunsichert. Als er endlich Boden unter den Füßen hat, steht RAFOTE abwartend und hoffnungsvoll da und schaut dem weiteren Geschehen zu.



Auf der Wiese steht der kleine Sonnenschein vor Andrea und schaut sie mit seinen schwarzen Knopfaugen fragend an - als wolle er sagen: "und was passiert jetzt"?
Aber Andrea musste ihm nicht lange erklären, was nun "angesagt" war, denn - auch "ohne Bäumchen zur Seite", hebt er sein Bein und macht ein laaaaanges Pippi um danach "erleichtert" seine große, neue Welt zu beschnüffeln!

Andrea übergab den leckeren selbstgebackenen Kuchen ihrer Mutter an Carlos und das ALBA-Team, verabschiedete sich herzlich und machte sich auf den Weg auch Neulußheim bei Heidelberg um den kleinen "Mann" seiner Pflegemama Anja zu bringen, die bereits sehnsüchtig und gespannt auf den kleinen Mann wartete.
Die Fahrt dort hin war sehr angenehm und RAFOTE lag die ganze Zeit ruhig auf einer Kuscheldecke und schlief!

Als Andrea bei Anja ankam, stand sie schon vor dem Haus um dieses kleine Hundekind in Empfang zu nehmen und diese erste Begegnung der Beiden war sehr herzlich :)
Anja sagte "Komm her mein Bübchen, jetzt wird alles gut" und RAFOTE kuschelte sich gleich an sie und genoss die ersten Streicheleinheiten von seinem Pflegefrauchen!



Im Haus machte RAFOTE Bekanntschaft mit der alten Dame LADY.

Ab diesem Moment folgte RAFOTE (verständlicherweise) Pflegemama Anja auf Schritt und Tritt - ständig auf der Suche nach Streicheleinheiten - von denen er ab heute unendlich viele bekommen wird.

Als Anja's Tochter Sara von der Schule nach Hause kam wurde auch sie von RAFOTE freudig begrüßt.

Es wurde gekuschelt, daß Andrea fast das Herz überlief :')

RAFOTE wurde nun nach einem keltischen Gott - einem wahren Schlitzohr seiner Zeit - benannt und hörte SOFORT auf seinen neuen Namen: "LOKI" - neuer Name, neues Glück!

Doch auch Götter haben "natürliche Bedürfnisse" und so kam es, dass LOKI zur Begrüssung eine Hinterlassenschaft auf den Teppich legte...

Es wurde NICHT geschimpft, denn nach so einer langen Reise und der Aufregung im Vorfeld, war DAS nun wirklich kein Problem. Im Gegenteil: Man freute sich, dass sein "Häufchen" fest war (denn Durchfall wäre zu erwarten gewesen).

Glücklich und zufrieden trat Andrea ihren Heimweg an - denn sie wusste dass LOKI heute auf der Sonnenseite des Lebens angekommen ist.

DANK Menschen wie ANDREA mit Cousine ANJA, die JA zum Tierschutz sagen und das mit all ihrer Kraft, mit Herz & mit Verstand :).

Und ganz besonderer Dank geht an das Team von ALBA-Madrid, welches seit vielen Jahren regelmäßig tausende von Kilometer auf Europas Autobahnen zurücklegt, um IHRE Schützlinge in Sicherheit zu bringen.



Anita Schmid
Windhunde sind Jagdhunde ...