KEIN Bahnrennen oder Coursing
für Windhunde aus Spanien????????

Eine Gegendarstellung zum Beitrag von Karin Dohrmann
www galgoblog.galgo-in-not.de
(ggf. vom Moderator gesperrt. Originaltext siehe Beitrag WSJ)

von Monica Giese

 

...immer wieder ein beliebtes Thema unter „Tierschützern“ ... nun wieder einmal hochgekocht von einer „Spezialistin“ .

Eigentlich scheint es müssig, auf die vielen falschen Argumente überhaupt einzugehen, denn wer unsere HP sorgfältig gelesen und verstanden hat, sollte in der Lage sein, jedes dieser so genannten „Argumente“ zu widerlegen. –

Nun also trotz all dem (Originaltexte Dohrmann blau und kursiv!):

Ich selbst schicke meine Hunde weder auf die Bahn noch ins Coursing aus folgenden Gründen:

1. Das Bahnrennen ist in Spanien eine Vorbereitung für die Jagd. Die Hunde werden vor allem kurz vor den Jagzeit am Auto, Motorrad, Laufkarussel und im Bahnrennen in Ausdauer und Geschwindigkeit trainiert. Nach der Jagdsaison gibt es noch Freizeittreffen auf der Bahn, die werden aber nur noch von wenigen Galgueros wahrgenommen, meist nur bei Festveranstaltungen. Wenn ich also einen Galgo aus Spanien nehmen, dann kennt er möglicherweise die Bahn und ich halte ich weiterhin in der "freudigen" Erwartung, dass es bald zur Jagd geht.

1. Die letzte (kommerzielle) Rennbahn in Spanien (La Meridiana in Barcelona) wurde 2006 geschlossen.

Keine dieser Rennbahnen diente zur Vorbereitung der Hunde (Galgos Espanoles!) für die Jagd, sondern sie dienten als Einnahmequellen für den Wettbetrieb!

Auf diesen Rennbahnen liefen ausschliesslich Greyhounds, die aus Irland und England importiert wurden (= Galgo Ingles!).

Es herrscht hier eine vollkommene „Sprachverwirrung“: Der Oberbegriff „Windhund“ heisst auf spanisch „Galgo“, wenn dann eine bestimmte RASSE gemeint ist, wird die entsprechende Rasse-Bezeichnung angehängt! –

Ein Galgo Espanol wäre NIE gegen einen Galgo Ingles (Greyhound!) auf der Rennbahn eingesetzt worden, weil er nicht schnell genug ist!! – (wobei – wiederum Sprachverwirrung – oft auch die Galgo-/Greyhound Mischlinge als Galgo-Ingles bezeichnet werden!) -

Leider wurden jedoch von nicht gerade verantwortungsvollen „Vermehrern“ ausgemusterte Renn-Greyhounds mit Galgos Espanoles vermischt (verpaart), wohl weil man hoffte, diese dann für die Jagd schneller zu machen! – Ein verhängnisvoller Irrtum, denn für die Jagd in Spanien ist eben ein ausdauernder Hund, wie der Galgo Espanol nötig und NICHT ein Rennbahn-Sprinter, wie der Renn-Greyhound! –

Vielleicht führte nun aber gerade diese „Einkreuzerei“ zum Frust bei den spanischen Jägern, denn die Hunde wurden zwar tatsächlich schneller, aber auch sehr viel verletzungsanfälliger! - was diese dann dazu veranlasst, sich ihrer Hunde auf die leider allzu bekannten Arten zu entledigen! –

Und DAS sind dann DIE Hunde, die, wenn sie Glück haben, im Tierschutz und dann AUCH bei uns (in deutschen Wohnzimmern) landen – also überwiegend Kreuzungen von Galgo Espanol und Greyhound!

Es wäre eine absolute Katastrophe für die Rasse „Galgo Espanol“, wenn es nicht auch in Spanien verantwortungsvolle Züchter gäbe, die sich für den Erhalt „Ihrer“ Rasse einsetzen.

Natürlich trainieren die verantwortungsvolleren spanischen Jäger (und vor ALLEM sicher die Besitzer des „echten“Galgo espanol!) ihre Hunde vor dem anstrengenden „Jagdeinsatz“, wie man es mit jedem Hund machen sollte, BEVOR man Höchstleistungen erwartet!! –

 

2. Kein Spanier schickt seinen Galgo aufs Coursing mit falschen Hasen. Weil er seinem strategischen Jäger nicht die Lust am Jagen verderben will. Auf der Jagd hinter dem Hasen, sprechen sich die Galgos ab. Sie geben sich kurze Signale und jagen sich den Hasen gegenseitig zu. Je erfahrener sie werden, desto mehr verschmelzen sie mit den Bewegungen des Hasen und versuchen diesen nicht nur körperlich, sondern auch mental in seinen Bewegungen zu beeinflussen. Galgos sind bei dieser Arbeit äußerst intelligent und zeigen auch einem unerfahrenen Hund, wenn er eine falsche Strategie gefahren ist. Was passiert nun beim Coursing hinter dem falschen Hasen? Die Hunde sprechen sich wiederum ab, einer überholt, schneidet den Weg ab und treibt den falschen Hasen den Gefährten zu ... und was passiert dann? Dieser komische Hase läuft aber ganz anders! Er führt die strategischen Schachzüge der Galgos ad absurdum. Ich habe im Coursing schon Hunde frustriert aufgeben sehen. Blicke die sie dem Partner zuwerfen "was haste denn nun gemacht?". Gerade für Galgos aus Spanien, die auf einer realen Jagd waren, ist das Coursing total frustrierend.

2. Natürlich schicken spanische Jäger ihre Hunde nicht zum Coursing mit „falschen Hasen“ – einfach weil dort das Coursing (Trailla) auf lebende Hasen veranstaltet wird, was bei uns verboten ist! –

Und – wie schon mehrfach betont – ALLE Windhunde erkennen den Unterschied, ob sie lebende Beute, oder eine Hasenatrappe verfolgen!

 

3. Coursing und Bahnrennen trainieren den Hetztrieb. Wer das abstreitet, der hat keine Ahnung von Konditionierung. Dann würde auch Clickern nicht funktionieren und auch nicht das Trainiern von Kommandos mittels Wiederholungen. Nach einem Tag auf der Bahn ist der Adrenalin-Level von diesen Hunden so hoch, dass es bis zu 6 Tage dauern kann, bis er wieder im Normalbereich ist. Folge davon ist, dass der Hund so erregt ist, dass auch ein Treffen im Windhundauslauf 2 Tage danach noch Sprengkraft haben kann. Durch die Geschwindigkeit, die ebenfalls regelmäßig trainiert wird, ist der Hund gewöhnt aus dem Stand immer Schmackes zu geben. Wer will das im normalen Hundealltag?

3. Coursing und Bahnrennen trainieren NICHT den Hetztrieb, weil dieser genetisch in Windhunden verankert ist – er kanalisiert ihn lediglich, da Hetzjagden auf lebendes Wild hierzulande nun einmal verboten sind!! –

Und – wer keinen schnellen Hund haben will, sollte sich um Gottes Willen für andere Rassen entscheiden. Der „Hundealltag“ mit einem Windhund ist nun einmal ein Anderer, als der mit anderen Hunderassen. Und unsere hiesige Umwelt macht es Windhundhaltern nicht eben leicht! –

Das berechtigt uns aber noch lange nicht, aus viele Jahrtausende alten Rassen nun „Umwelt-Kompatible-Allerwelt-Hunde“ zu machen! – Und selbst DAS wäre kein Unterfangen, dass man mit allen möglichen, dubiosen Trainingsmethoden (z.B. werden mobile Hasenzuganlagen auch für ein „Anti-Jagd-Training“ angeboten!) erreichen könnte, sondern lediglich mit einer konsequenten Auslese-Zucht auf fehlenden Jagdtrieb – DAS wäre dann das AUS für Windhunde!! –

 

4. Selbst Veterinäre, die Hundebahnen betreuen bemängeln, dass das Aufwärm- und vor allem das Abwärmtraining nur unzureichend durchgeführt wird. Und dass die Hundehalter nicht genügend darüber informiert werden, wie ein Spitzensportler, und das sind Bahn- und Coursingläufer, antrainiert werden müssen. Verlangt man einem untrainierten Windhund nur hin und wieder diese Spitzenleistungen ab, nimmt man damit eine gravierende körperliche Gefährdung des Hundes in Kauf.

4. Falls Veterinäre es tatsächlich bemängeln sollten, dass mit Hunden kein ausreichendes Auf-, bzw. Abwärmtraining durchgeführt wird, dann wäre es ihre Aufgabe, ein Gespräch mit dem jeweiligen Renn-, bzw. Trainingsleiter zu führen! –

Zu den anderen genannten Punkten: Bitte erst informieren, dann „herumschmieren“ – es ist ein langer Weg, vom Junghund zum „Spitzensportler“ (bitte nachlesen unter: Renntraining!) und daher taucht auch NIEMALS ein untrainierter Windhund "plötzlich" bei einer Rennveranstaltung auf!!

 

5. Der wichtigste Grund für mich! Ich möchte meinem Galgo vermitteln, dass nicht nur im Haus nun ein neues Leben für ihn beginnt, sondern auch draußen. Daher ist es für mich sehr wichtig, dass alles was er bisher draußen gemacht hat, nicht mehr passiert. Dafür biete ich ihm ein neues Leben, in dem er seine Fähigkeiten in meiner kultivierten Welt einsetzen kann. Und das kann je nach Freude des Besitzers, Fährtenarbeit, Verlorensuche, Agility, Wandern, Clickern usw. sein. Aber, ab jetzt arbeitet er nicht mehr ohne, sondern mit seinem geliebten Menschen!

Das ist doch, was wir unseren Windhunden aus Spanien geben wollen! Ein neues Leben in einer völlig neuen Welt und da erhalte ich ihm doch nicht einmal Erinnerungsstücke aus dem alten Leben!

5. Natürlich sind wir alle entschlossen, unseren Windhunden aus Spanien ein „neues Leben“ zu verschaffen – ihnen nämlich all DAS zu vermitteln, was sie bis dahin schmerzlich vermissen mussten: liebe- und respektvolle Ansprache und Zuwendung, regelmässige Mahlzeiten, ein kuscheliger Platz ganz in unserer Nähe!! –

Vor Allem aber müssen wir sie sein lassen, was sie sind: WINDHUNDE!!!

Fährtenarbeit, Verlorensuche, Agility, Wandern, Clickern, usw. (hier muss ich nun wirklich ein Kichern unterdrücken: ein "Sichtjäger"!!!! mit der Nase auf der Fährte – wirklich köstlich!) - sind Beschäftigungsmöglichkeiten, die man mit dem einen oder anderen Windhund (und vor Allem mit fast allen anderen Hunderassen!) durchaus versuchen kann – wohl eher zur Freude des Besitzers, als des Windhundes!! –

Und – um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Selbstverständlich wird und sollte sich jeder Hundebesitzer mit seinem (Wind-)Hund beschäftigen, solange es allen Beteiligten Freude macht, es geht hier lediglich darum, endlich den Unterschied zwischen „Hobby und Beruf“ zu begreifen!

Die „artgerechte Arbeit“ für einen Windhund ist das „Hetzen“, wo und wie das hier in Deutschland möglich ist: Siehe die diversen Artikel hierzu auf dieser HP!!! –

Kein Windhund muss, um ein zufriedenes Hundeleben führen zu können, auf die Rennbahn und/oder zum Coursing!!
Wer allerdings noch nie einen „WIRKLICH glücklichen“ Windhund gesehen hat, kann sich auf Rennbahnen und Coursings davon überzeugen!

Im Bewusstsein, leider nicht alle retten zu können, werden wir nicht aufhören, darauf zu achten, „unsere“ spanischen Windhunde an „Windhundliebhaber- und kenner“, an aufgeschlossene und „lernwillige“ Menschen zu vermitteln!

PUNKT!